L E U K Ä M I E N [C95.9]
Internet-Infos:
www.kompetenznetz-leukaemie.de
Historie: Leukämie bedeutet "weißes Blut" und bezieht sich auf die verbreiterte Leukozytenmanschette (buffy coat) auf der Erythrozytensäule nach Zentrifugieren des Blutes) bei Leukämiepatienten mit sehr hohen Leukozytenzahlen. Virchow prägte den Begriff bei einer chronischen myeloischen Leukämie.
Def: Systematisierte diffuse autonome Proliferation einer Leukozytenrasse. Die Expansion eines malignen Zellklons führt zur generalisierten Ausbreitung im blutbildenden Knochenmark, ev. Infiltration extramedullärer Organe und Ausschwemmung leukämischer Zellen ins Blut.
3 Krankheitsgruppen: 1. Akute Leukämie (AL)[C95.0]: Akute lymphatische (ALL)[C91.0] und
akute myeloische Leukämie (AML)[C92.0]
2. Chronische myeloische Leukämie (CML)[C92.1]
3. Chronische lymphatische Leukämie (CLL)[C91.1]

Ep.: ALL: 1,5 / 100.000 Einwohner/Jahr
AML: 2,5 / 100.000 Einwohner/Jahr
CLL: 3 / 100.000 Einwohner/Jahr
CML: 1 / 100.000 Einwohner/Jahr
Beachte: Häufigkeit der akuten Leukämie zweigipflig: Im Kindesalter überwiegend ALL, im höheren Alter überwiegend AML.
Taxonomische Zusammenhänge zwischen Leukämien, malignen Lymphomen und myeloproliferativem Syndrom:

Folgen einer Leukämie:
1. Verdrängung der normalen Hämatopoese mit Anämie, Granulozytopenie, Thrombozytopenie (d.f.) Folgen: Schwäche, bakterielle Infekte, Blutungsneigung
2. Schädigung des B- und T-Zellsystems der Lymphozytopoese mit Infektanfälligkeit
3. Ev. Infiltration von Organen und dadurch bedingte Beschwerden